Bei einer Schwerpunktkontrolle der Linzer Polizei gab es an jedem der 57 unter die Lupe genommenen LKWs etwas zu bemängeln. 15 Schwerfahrzeuge durften gar nicht mehr weiterfahren. “Fast ein strafrechtlicher Tatbestand” Die 15 Lastwagen waren in einem derart schlechten technischen Zustand, dass eine Weiterfahrt für die Polizisten nicht zumutbar war.

Laut Alexander Niederwimmer von der Linzer Polizei ging die Bandbreite der entdeckten Mängel von Defekten an den Bremsanlagen, “die schon fast einen strafrechtlichen Tatbestand erfüllen”, bis zu abgefahrenen Reifen und sonstigen technischen Mängeln, “die wirklich eine Gefährdung des Straßenverkehrs darstellen.”   Risiko der Kontrolle wird einkalkuliert. Viele der Lastwagenfahrer seien sich durchaus bewusst, dass sie mit ihrem Fahrzeug nicht ordnungsgemäß unterwegs sind. Ein Risiko, das aber möglicherweise einkalkuliert werde, erklärt Niederwimmer, auch wenn die Strafen bis zu einige tausend Euro ausmachen können. Druck der Firmen auf Lkw-Fahrer: Der wirtschaftliche Zwang löse einen immensen zeitlichen Druck aus, bestätigt auch ein Lkw-Fahrer: “Meistens wird das angeschafft. Entweder sie fahren das, oder die finden einen anderen Chauffeur.” (ORF)

Hier muss man ernsthaft annehmen, dass auch Unfälle, Umweltkatastrophen und sogar Todesopfer einkalkuliert werden. Zu sagen, dass die Fahrer so unter Druck stehen, kann ich so nicht gelten lassen, denn ein jeder Lenker ist für sein Fahrzeug und sein Verhalten selbst verantwortlich. Es kann doch nicht angehen, dass jeder solche Gefahren bewusst in Kauf nimmt, nur des Jobs bzw. des Geldes wegen. Doch gerade das ist der springenden Punkt. Beim Fuhrunternehmen wie auch bei den Fahrern. Das ist nicht nur Verantwortungslos, sondern vorsätzlich kriminell. Hier scheint der Mittelpunkt der grenzenlosen Dummheit aller Beteiligten nun definiert zu sein. Wie blöd und ignorant allem und jedem gegenüber muss man sein, um solche bewussten Risiken in Kauf zu nehmen und einzugehen? Kein anderes Lebewesen würde so reagieren. Denn würde man zB. einen Affen hinter das Steuer eines LKW setzen, so würde dieser ein derart desolates Fahrzeug nicht in Betrieb nehmen, da Tiere einen angeborenen Instinkt für Gefahren haben. Das scheint heut zu Tage bei einigen Menschen und hier speziell in der Speditionsbranche, nicht der Fall zu sein. Hier wird nur auf Gewinnmaximierung gewirtschaftet, ohne Rücksicht auf Verluste. Sollte dadurch etwa ein tödlicher Unfall passieren, so wird das in den Büchern wohl nur als Kollateralschaden gebucht. Doch eigentlich beginnt hier das eigentliche Dilemma erst: um mit dem ganzen “Druck” fertig zu werden, schlucken die Fahrer diverse Muntermacher, die anderen Alkohol und wer weiß sonst noch was, geschlafen wird unter der Fahrt, am Steuer.  Das heißt, dass nicht nur die Fahrzeuge ein enormes Risiko darstellen, sondern auch noch der Fahrer, der ein solches technisch völlig verkehrsuntüchtiges Fahrzeug in Betrieb nimmt. Da fragt man sich, wer mehr kaputt ist, Fahrzeug oder Fahrer? Hier wird geradezu ein Unfall vorprogrammiert. Das sind dann jene Meldungen, die wir täglich in den Nachrichten hören und den Kopf schütteln und hoffen, dass dies nur Einzelfälle sind und bleiben. Doch es wird schlimmer werden. Deshalb gehören auch solche LKWs und diese Gefahrenpotentiale weg von den Bundesstraßen und Orts-, bzw. Wohngebieten. Hier darf die Politik nicht mehr die Augen schließen und sich der starken Lobby der Transporteure beugen, auch wenn nach einer politischen Karriere ein lukrativer Job winkt … Außerdem, wie viele der Schrott-LKWs fahren täglich durch unser Land, ohne kontrolliert zu werden, wenn bei einer einzigen Kontrolle alle kontrollierten Fahrzeuge Mängel aufweisen?

date26.Mai

1 Kommentar auf “Brennpunkt: Schrott-LKW’s”

  1. admin
    13:00 am 26.5.2010

    St. Michael – Ein mehr als desolater Lkw aus Slowenien ist am Dienstag auf der A10 bei St. Michael im Lungau von der Polizei aus dem Verkehr gezogen worden.
    Im Zuge der Kontrolle stellten die Beamten der Polizei fest, dass das Kraftfahrzeug zwischen den beiden hinteren Achsen völlig durchgerostet war, so die Polizei. Teilweise fehlten sogar Teile vom Träger und notwendiges Bodenblech.
    Weitere Erhebungen ergaben, dass der 52- jährige Lkw- Lenker die Geschwindigkeitsbeschränkung um 20 km/h überschritten hatte. Zudem hätte er auch in der Nacht nicht fahren dürfen, da das Lärmzertifikat abgelaufen war.
    Dem Lenker aus Slowenien wurde an Ort und Stelle Kennzeichentafel und Zulassungsschein abgenommen. Außerdem musste er insgesamt 1.500 Euro für das Vergehen bezahlen.
    Der defekte Lkw wurde samt Anhänger von einem Abschleppunternehmen nach Slowenien zurückgebracht. Quelle: salzburg24.at, Online gestellt: 26.05.2010 08:50 Uhr Aktualisiert: 26.05.2010 08:54 Uhr

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